Aktion gegen Probebohrung im Nordost-Atlantik

21.09.2010 | Hamburg
Greenpeace-Kletterer protestieren seit heute Mittag auf dem Ölbohrschiff "Stena Carron" vor der Küste der Shetland Inseln. Eine deutsche Aktivistin und ein schwedischer Aktivist kletterten an der Ankerkette hoch und richteten sich auf dem Schiff für längere Zeit ein.

Das 228 Meter lange Bohrschiff des US-amerikanischen Energiekonzerns Chevron, liegt derzeit rund zwei Kilometer vor Lerwick. Es sollte in den kommenden Tagen zum Lagavulin Ölfeld 200 Kilometer nördlich der Shetland Inseln fahren, um dort eine neue Probebohrung in einer Meerestiefe von 500 Meter zu beginnen. Chevron ist in Deutschland mit der Marke Texaco vertreten. Greenpeace fordert einen sofortigen Stopp von Tiefseebohrungen. Spätestens seit dem Unglück auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ist klar, dass Tiefseebohrungen nicht sicher sind

"Obwohl der genaue Hergang des Unglücks der Deepwater Horizon immer noch nicht geklärt ist, machen die Ölfirmen weiter, als sei nichts geschehen", sagt Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace. "Auch vor unseren Küsten ist ein Unglück wie im Golf von Mexiko jederzeit möglich."

Der Protest auf der Stena Carron startet zwei Tage vor einem Ministermeeting der OSPAR Staaten im norwegischen Bergen. Die 16 Mitgliedstaaten, zu den auch Deutschland und Großbritannien gehören, haben sich zum Ziel gesetzt, die Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks inklusive der Nordsee zu schützen. Auf diesem Meeting wird der von der Bundesregierung eingebrachte Vorschlag für ein Moratorium von Tiefseebohrungen diskutiert. Großbritannien entsendet zu diesem Meeting ihren Umweltminister und ihren Wirtschaftsminister. Sie sollen den deutschen Vorschlag ablehnen.

"Zum Schutz unserer Küsten müssen die OSPAR-Staaten ein Verbot von Tiefseebohrungen verhängen. Nur so haben wir die Chance, unsere Küsten vor den Auswirkungen eines Unfalls zu schützen. Mindestens 25 Tiefseeprojekte sind im OSPAR-Raum in Planung", so Jörg Feddern von Greenpeace.

Die Aktivisten sind mit dem Greenpeace-Schiff Esperanza, aus der Arktis gekommen. Dort hatten sie eine Tiefseebohrung des schottischen Unternehmens Cairn Energy vor der Westküste von Grönland für mehrere Tage gestoppt.

Quelle: Pressemeldung Greenpeace e. V.

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