BP stiftet 500 Millionen US-$ für Forschungsarbeiten zu Ölverschmutzung auf Meer und Küstenregionen

24.05.2010 | Bochum
BP teilte heute mit, eine Summe von bis zu 500 Millionen US-$ für ein unabhängiges Forschungsprogramm zur Verfügung stellen zu wollen. Im Rahmen der geplanten Forschungsaktivitäten soll untersucht werden, welche Auswirkungen der Unfall auf der Bohrinsel Deepwater Horizon und die damit verbundenen Maßnahmen zur Ölbekämpfung auf das Meer und die Küstenregionen im Golf von Mexiko haben.

"BP hat sich verpflichtet, ihr Möglichstes zu unternehmen, um die Auswirkungen dieses tragischen Unglücks auf die Bewohner und die Umwelt an der Golfküste so gering wie möglich zu halten. Wir müssen alle verfügbaren Mittel einsetzen, um diese Auswirkungen genauer zu verstehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden von entscheidender Bedeutung sein, sowohl für den Prozess der Rekultivierung als auch für die Ölbranche, um entsprechende Gegenmaßnahmen für die Zukunft zu verbessern. Wir müssen dringend sicherstellen, dass die Wissenschaftler Zugriff erhalten zum verfügbaren Probenmaterial, um ihre Forschungsarbeiten aufnehmen zu können", sagte Tony Hayward, BP Chief Executive.

Die wichtigsten Fragen, die im Rahmen des auf 10 Jahre angelegten Forschungsprogramms untersucht werden sollen, spiegeln dabei die in der letzten Woche bei Diskussionen mit der US-Regierung und Wissenschaftlern in Washington DC angesprochenen Themenbereiche wider. Die von BP gesponserten Forschungsarbeiten umfassen u. a. folgende Themen:

  • Wohin werden das Öl, das bereits zersetzte Öl und die eingesetzten Dispersionsmittel durch die Meeresströmungen getrieben?
  • Wie verhalten sich das Öl, das bereits zersetzte Öl und die eingesetzten Dispersionsmittel am Meeresboden, in der Wassersäule, an der Wasseroberfläche und an den Küsten?
  • Welchen Einfluss haben das Öl, das bereits zersetzte Öl und die eingesetzten Dispersionsmittel auf die Biota des Meeresbodens, der Wassersäule, der Wasseroberfläche und der Küsten?
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen unfallbedingten Ölaustritten und dem natürlichen Aussickern von Öl (seepage) am Meeresboden?
  • Welchen Effekt hat der Einsatz von Dispersionsmitteln auf das Öl? Fördert oder behindert er dessen natürlichen Zersetzungsprozess?
  • Wie werden das Öl, das bereits zersetzte Öl und die eingesetzten Dispersionsmittel in Tropenstürmen miteinander reagieren, und wird sich diese Interaktion auf den Meeresboden, die Wassersäule und die Küstenbereiche auswirken?
  • Wie lassen sich die entsprechenden Technologien verbessern, um

o Öl, zersetztes Öl und die eingesetzten Dispersionsmittel am Meeresboden, in der Wassersäule und an der Wasseroberfläche nachzuweisen?

o die Auswirkungen des unfallbedingt ins Meer ausgetretenen Öls zu beseitigen?

Bereits jetzt unterhält BP Forschungsprogramme für Meereskunde im Golf von Mexiko. Ausgehend von diesen schon laufenden Forschungsaktivitäten wird BP eine Kommission unabhängiger Berater einberufen, um das langfristige neue Forschungsprogramm entwerfen zu lassen. Wo angebracht, könnten diese Studien auch eingebunden werden in die derzeit schon stattfindende Bewertung der Umweltschäden. Es ist beabsichtigt, einige der weltbesten Meeresbiologen und Ozeanographen für dieses Programm zu gewinnen. Um zeitnah Daten und Informationen für die Planung des langfristigen Forschungsprogramms zusammenstellen zu können, ist die Louisiana State University (LSU) mit einem Budget zur sofortigen Aufnahme dieser Tätigkeiten ausgestattet worden.

"Die LSU verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Öl- und Gasindustrie und besitzt in einer Vielzahl von Fachbereichen exzellente Kenntnisse über die im Golf vom Mexiko vorherrschenden Bedingungen. Im ersten Teil des Programms geht es darum, Probenmaterial einzuholen und zu analysieren sowie die unmittelbaren Auswirkungen zu bewerten. Weitere wichtige Arbeitsbereiche werden sich heraus kristallisieren, sobald die Forscher mit in das Projekt eingebunden sind und wir die potentiellen Auswirkungen der Ölverschmutzung besser verstehen lernen", so Professor Christopher d"Elia, Dean of the School of the Coast and Environment (Dekan der Fakultät für Küstenregionen und die Umwelt).

Die Verteilung weiterer Mittel liegt in der Verantwortung der unabhängigen Beraterkommission.

  • BP arbeitet seit 2004 zusammen mit der 'Scripps Institution of Oceanography' an einem Programm zur näheren Erforschung des Meeresumfeldes und der im Ozean bestehenden Gefahrenpotentiale, u. a. mit Forschungsaktivitäten zu elektromagnetischen Phänomenen im Meer. Der Arbeitsschwerpunkt im Bereich Ozeanographie liegt auf Untersuchungen der Meeresströmung im Golf von Mexiko mit dem Namen 'Loop Current'.
  • Im Jahr 2008 richtete BP das weltweite erste Beobachtungssystem für Meerestiere im Tiefwasserbereich ein; diese Einrichtung ist Teil des langfristigen DELOS-Beobachtungssystems für Tiefwasserregionen (Deepwater Environmental Long-term Observatory System). Die Arbeit von DELOS wird durch folgende Institutionen unterstützt: Texas A&M in Galveston, Scripps Institution of Oceanography, Monterey Bay Aquarium Research Institute, University of Aberdeen, National Oceanography Centre in Southampton und die University of Glasgow.



Quelle: Pressemeldung Deutsche BP AG

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