Neue Informationen zur Ölbekämpfung im Golf von Mexiko
Mittlerweile sind Pläne für verschiedene Eingriffe am Blowout Preventer (BOP) ausgearbeitet worden; wir gehen derzeit davon aus, dass diese über einen Zeitraum von ca. acht Tagen zum Einsatz kommen und wir mit der ersten dieser Maßnahmen in den nächsten Tagen beginnen können. Da diese Eingriffe nie zuvor in einer solch großen Wassertiefe und unter den dort vorherrschenden Bedingungen vorgenommen wurden, lassen sich die Erfolgsaussichten der einzelnen Maßnahmen nur schwer einzuschätzen.
Die erste der geplanten Maßnahmen ist die so genannte 'Top Kill'-Methode, bei der schwere Bohrflüssigkeiten in das Bohrloch injiziert werden, um den Austritt von Öl und Gas zu unterdrücken und letztendlich zu stoppen. Die meisten der hierfür benötigten Ausrüstungsgegenstände stehen vor Ort bereit, die Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz dieser Methode in den nächsten Tagen laufen. Falls erforderlich, stehen auch die notwendigen Materialien zur Verfügung, um diese Methode damit zu kombinieren, Werkstoffe verschiedenster Art unter hohem Druck in den Blowout Preventer (BOP) einzubringen, um den Ölfluss zu stoppen.
Aufwendige und eingehende Diagnosetätigkeiten werden mit Hilfe von Unterwasserrobotern (ROV) vor Einsatz der 'Top Kill'-Methode durchgeführt, um den Eingriff im Detail planen zu können. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden entscheidend sein für die Beantwortung der Frage, ob diese Vorgehensweise letztendlich angewandt werden kann.
Gleichzeitig mit den Plänen für die Anwendung der 'Top Kill'-Methode entwickeln wir auch eine Option mit der Bezeichnung 'Lower Marine Riser Package (LMRP) Cap Containment'. Hierbei würde zunächst die beschädigte Steigleitung unmittelbar oberhalb des BOP entfernt, so dass nur noch ein gerade abgetrenntes Rohrende oben am LMRP des BOP verbliebe. Die LMRP-Glocke, eine mit einer Dichtung versehene Auffangeinrichtung, würde anschließend über eine Steigleitung mit dem Bohrschiff Discoverer Enterprise verbunden und dann über das LMRP-Modul gestülpt, um so den Großteil des austretenden Öl-Gas-Gemisches aufzufangen und zum Bohrschiff weiterzuleiten. Die LMRP-Glocke ist bereits vor Ort und wir erwarten, dass sie gegen Ende des Monats zum Einsatz kommen könnte.
Darüber hinaus setzt BP die Entwicklung weiterer Lösungsansätze fort, u. a. die Option, einen zweiten Blowout Preventer oder ein Ventil auf den an Bohrloch MC252 vorhandenen BOP zu installieren.
Quelle: Pressemeldung Deutsche BP AG
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