Tiefsee-Öl: Bundesregierung macht Rückzieher
Nach Informationen von Greenpeace wurde ein entsprechender Antrag des Umweltministeriums für die nächste Woche beginnende Ministerkonferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) auf Druck des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums praktisch wirkungslos gemacht.
"Kaum ist die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko aus den Schlagzeilen verschwunden, hat sich auch Röttgens Forderung nach einem Stopp von Tiefsee-Ölbohrungen in Luft aufgelöst", sagt Jürgen Knirsch von Greenpeace. "Nach seinem Desaster bei der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist der Umweltminister jetzt auch beim Meeresschutz vom konzernhörigen Wirtschaftsminister Brüderle über den Tisch gezogen worden."
Röttgen hatte in der ZDF-Sendung Maybrit Illner am 22. Juli gefordert, dass es "ohne Sicherheit von Bohrungen keine neuen Bohrungen" in der Tiefsee geben dürfe. Deshalb werde sich Deutschland für "ein Moratorium, eine Pause für neue Bohrungen" einsetzen. In einem Schreiben an Greenpeace bestätigte Röttgens Staatssekretär Jürgen Becker im August, dass das Ziel der Bundesregierung "ein Moratorium für neue Tiefsee-Ölbohrungen im OSPAR-Raum" sei. Doch nach der Ressortabstimmung mit dem für Ölförderung zuständigen Wirtschaftsministerium ist davon keine Rede mehr: in dem jetzt von Deutschland eingereichten OSPAR-Antrag werden die Staaten des Nordost-Atlantiks nicht mehr aufgefordert, ein Moratorium zu beschließen. Stattdessen sollen sie nur noch "intensiv prüfen", ob ein Moratorium für neue Tiefsee-Bohrungen überhaupt nötig ist oder nicht. Selbst bei Annahme des Antrags können also Erkundungen und neue Bohrungen in Tiefseegebieten ungehindert weiter gehen.
Über 20 neue Tiefseebohrungen in Planung
"Die Ölkatastrophe von Mexiko hat gezeigt, dass Ölbohrungen in der Tiefsee technisch nicht beherrschbar sind. Eine solche Katastrophe kann sich jederzeit auch in Europas Meeren ereignen, mit unabsehbaren Folgen für das Meer und auch die deutschen Küsten", so Greenpeace Experte Jürgen Knirsch. "Doch statt der Ölindustrie Grenzen zu setzen, will der Umweltminister noch nicht einmal selbst zur Konferenz fahren."
In Nordsee und Nordost-Atlantik sind derzeit ca. 730 Offshore-Installationen in Betrieb, über 20 neue Öl- und Gasprojekte von 200 bis zu 900 Metern Tiefe sind geplant. Greenpeace fordert den Verzicht auf neue Ölbohrungen in Tiefen über 200 Metern, da im Notfall keine Taucher in diesen Tiefen eingesetzt werden können. Greenpeace wird Umweltminister Röttgen bei der heutigen Regionalkonferenz der CDU in Düsseldorf auffordern, zur OSPAR-Konferenz nach Norwegen zu fahren.
Quelle: Pressemeldung Greenpeace e. V.
Dieser Beitrag wurde bisher 256 mal gelesen.
(Rang 25 auf heizoel-und-heizgas.de)
Weitere News
LUXCARA hat Finanzierung für 91 MWp Solarpark im brandenburgischen Briest abgeschlossen
25.04.2012 | Das Hamburger Investmenthaus LUXCARA hat für den Luxemburger Fonds FLAVEO S.A., SICAV-FIS für seine zwei...
weiter in LUXCARA hat Finanzierung für 91 MWp ...Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch"
02.11.2011 | Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und die Vereinigung...
weiter in Der Parlamentarische Beirat für ...Wettbewerb ist der beste Verbraucherschutz
28.10.2011 | Strom- und Gaskunden werden ihren Versorger in Zukunft einfacher und schneller wechseln können. Der Wechsel...
weiter in Wettbewerb ist der beste ...237 Gasversorger kündigen Preiserhöhungen an
25.10.2011 | Der Winter kommt, das Gas wird teurer. 237 Gasanbieter haben für Oktober und November Preissteigerungen von...
weiter in 237 Gasversorger kündigen ...Nachhaltigkeitsprojekt "Effizienz Plus" von der Deutschen Energie-Agentur "zur Nachahmung empfohlen"
31.05.2011 | Die Viessmann Werke sind für besonders effiziente Energienutzung ausgezeichnet worden. Die Deutsche...
weiter in Nachhaltigkeitsprojekt "Effizienz ...Aktuelles
63 Strom- und 53 Gasanbieter kündigen Preiserhöhungen an
Zum Dezember und Januar haben 63 Stromanbieter...
weiter ...Neuigkeiten
Wie funktioniert eine Heizung?
Der Einbau einer guten Heizung gehört zur Grundausstattung...
weiter ...Mietrecht muss klimafreundlich und sozial gerecht sein
Zum Referentenentwurf der Bundesregierung für ein "Gesetz...
weiter ...Weitere Themen
LUXCARA hat Finanzierung für 91 MWp Solarpark im brandenburgischen Briest abgeschlossen
Das Hamburger Investmenthaus LUXCARA hat für den Luxemburger...
weiter ...Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: Wir brauchen einen neuen Aufbruch
Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische...
weiter ...Archiv
Photovoltaik im Nahen Osten kein Nice to Have, sondern Ein Muss
Solar Investment Summit - Middle East 2011
weiter ...Verivox entwickelt Tarifvergleiche weiter
Verivox hat seine Tarifrechner für Strom und Gas...
weiter ...Verschiedenes
Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...
