Heizöl-Preise steigen? Sprunghafte Wechsel erwartet

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Die Heizöl-Preise steigen seit 2020 kontinuierlich in die Höhe. Mehr als 57 Prozent teurer sind Mineralölprodukte inzwischen, was Verbraucher verzweifeln lässt. Dabei ändern sich die Preise sehr sprunghaft.

Heizöl-Preise steigen sprunghaft an: Rasche Wechsel zu erwarten

Dass die Heizöl-Preise steigen, ist allgemein bekannt. Ein Teil der Preissteigerungen ist dabei auf die Mehrwertsteuer zurückzuführen, die in 2020 coronabedingt gesenkt wurde. Mit ihrer Anhebung auf Normalmaß verteuerten sich Mineralölprodukte schlagartig, wenngleich die Verteuerung unter Einbeziehung der Mehrwertsteuer weniger hoch ausgefallen wäre.

Interessant – oder ärgerlich – sind dabei die sprunghaften Wechsel. An einem Tag sind Heizen und Tanken so teuer wie nie, am anderen Tag schon wieder auf dem Niveau des Vormonats.

Wer hier nicht schnell reagiert, bezahlt unnötig viel und ärgert sich spätestens, wenn die Rechnung für die Heizöllieferung ins Haus flattert. Auch weiterhin könnten die Heizöl-Preise steigen und das in den bereits erwähnten Sprüngen.

Gründe für den sprunghaften Anstieg der Preise (Video)

Wenn die Heizöl-Preise steigen, muss erst einmal geschaut werden, woran das liegt. Während sich nämlich Kraftstoffe an der Tankstelle spätestens einige Tage vor Ferienbeginn und zu großen Feiertagen deutlich verteuern, wirken solche Kalendertermine auf Heizöl weniger verteuernd. Hier sind es aber zum Beispiel die strategischen Reserven, die wie zuletzt zurückgehalten werden.

Eine koordinierte Freigabe dieser Reserven bewirkte, dass die Preise nach oben kletterten. Dabei lässt sich die Preisentwicklung generell nur bedingt voraussagen: Die Freigabe von 50 Millionen Barrel Rohöl in den USA sollte für eine Senkung der Preise sorgen, stattdessen zogen sie weiter kräftig an. Scheinbar wird erwartet, dass sich ein Defizit mittelfristig verschieben könnte.

Nach der koordinierten Freigabe von Teilen der strategischen Reserve gingen die Preise nach oben. Erwartet wurde, dass sie nach dem DOE-Bericht wieder fallen würden, doch sicher sind solche Vermutungen selten. Für Heizölinteressenten kann die Abwartetaktik in vielen Fällen nach hinten losgehen, wenn sich nämlich die Preise wider Erwarten weiter nach oben entwickeln.

Video: ÖLPREISSCHOCK: Kette von Problemen im Ölsektor treibt die Preise rasant nach oben | WELT Analyse

Einflussfaktoren auf den Heizölpreis

Wenn die Heizöl-Preise nach oben gehen, muss das am Ende der Verbraucher hinnehmen, will er nicht im Kalten sitzen. Dabei haben die Verbraucher noch nicht einmal die Möglichkeit, über die Nachfrage den Marktpreis zu regeln.

Der Ölpreis wird durch andere Faktoren als durch Verbrauchernachfragen geregelt:

  • Menge der freigegebenen Reserven
  • hohe Gaspreise
  • Klimapolitik der Länder
  • geringere Nutzung von Kohle als Brennstoff

Das Problem ist nicht nur, dass die Heizöl-Preise steigen, sondern auch, in welchem Maße sie steigen. Das wiederum liegt unter anderem an der Menge des auf den Markt gebrachten Öls. Die jetzt freigegebenen Reserven müssen zum Beispiel wieder zurückgezahlte werden, die nationalen Reserven werden lediglich übergangsweise zur Verfügung gestellt.

Die Mengen, die dabei frei werden, sind zudem deutlich weniger als erhofft, sodass sich die Lage auf dem Markt kaum entspannen dürfte. Die langfristigen Folgen dieser Vorgehensweise sind nicht abschätzbar. Allerdings bleibt die Tendenz zu sprunghaften Preisveränderungen in jedem Fall bestehen, denn der Ölpreis wird sich auch weiterhin unberechenbar nach oben und nach unten entwickeln.

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Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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