Benzinpreis in zehn Jahren: auch hohe Preise für Heizöl und Co.

Benzinpreis in zehn Jahren: auch hohe Preise für Heizöl und Co.

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Wie der Benzinpreis in zehn Jahren stehen wird, müsste eigentlich den Hausbesitzer oder Mieter nicht interessieren. oder doch? Der Heizölpreis scheint sich generell unabhängig vom Benzinpreis zu entwickeln – und zwar immer nur nach oben. Bei genauerer Betrachtung stimmt dies natürlich nicht so ganz, denn auch der Preis für Heizöl und Heizgas sinkt immer wieder bzw. ist Schwankungen unterworfen. Doch interessant ist eine Gegenüberstellung und Prognose der letzten bzw. der kommenden Jahre.

Entwicklung der Heizölpreise

Im Jahr 2002 wurde in Deutschland Heizöl für rund 35 Cent/Liter verkauft – ein Preis, von dem heutige Hausbesitzer nur noch träumen können. In 2012 nämlich lag der Preis schon bei 90 Cent pro Liter, er hatte sich also nahezu verdreifacht. In 2015 sank er wieder und es konnten Preise von teilweise 50 Cent/Liter erreicht werden. Die Prognosen gehen aber davon aus, dass dies nicht so bleibt und dass in 2020 der Preis für einen Liter Heizöl bei 131 Cent liegen wird. Noch einmal zehn Jahre weiter soll er schon bei 184 Cent pro Liter liegen.

Auch der Benzinpreis in zehn Jahren wird aller Voraussicht nach wieder steigen, was durchaus verständlich ist, da schließlich Kraftstoff und Heizöl auf dem gleichen Kraftstoff beruhen.

Was bedeutet ein hoher Benzinpreis in zehn Jahren für Hausbesitzer?

Eine Steigerung der Heizölpreise wird böse Folgen für Hausbesitzer haben. Wer bislang noch nicht auf erneuerbare Energien bei der Wärmeversorgung seines Hauses baut oder gebaut hat, wird schon bald vor die Wahl gestellt werden: Entweder, es werden hohe Preise akzeptiert oder es sind kostenintensive Umbaumaßnahmen nötig. Für diese ist es aber empfehlenswert, staatliche Förderungen zu beantragen, die es aber wiederum nicht ewig gibt. Der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. kommt in den Genuss der Förderung, da die entsprechenden Programme nicht ewig aufrechterhalten werden.

Hausbesitzer sollten daher nicht auf die alleinige Versorgung ihres Hauses mit Erdöl oder Erdgas setzen, wenn sie über die Heizung nachdenken. Solar- oder Windenergie sowie Erdwärme sind interessante Alternativen, mit denen das Beheizen des Hauses auch noch in einigen Jahren bezahlbar sein wird.

Doch die gestiegenen Heizölpreise treffen nicht nur den Hausbesitzer direkt, sondern auch Mieter von Wohnungen und Häusern – und das gleich mehrfach. Zum einen müssen sie tiefer in die Tasche greifen, wenn die nächste Heizkostenabrechnung ins Haus flattert. Zum anderen muss der Verbraucher für seinen eigenen Pkw an der Tankstelle mehr zahlen, weil der Benzinpreis allgemein steigt. Dann kommen noch die Mehrkosten auf den Endverbraucher zu, die er durch gestiegene Verkaufspreise in Kauf nehmen muss (Verkäufer und Speditionen legen die eigenen Mehrkosten auf den Verkaufspreis um). Letzten Endes ist also der Endverbraucher gleich mehrfach gestraft, weil der Benzinpreis in zehn Jahren und der Preis für das Heizöl sowie für Heizgas steigen.

Hoher Benzinpreis in zehn Jahren stoppt die Wirtschaft

An dieser Stelle befindet sich die Wirtschaft in einem Teufelskreis. Denn wenn der Endverbraucher am Monatsende durch den gestiegenen Benzinpreis weniger Geld in der Tasche hat, kann er weniger Investitionen leisten. Auf diese ist aber wiederum die Wirtschaft angewiesen. So erklärt es sich auch, warum in Zeiten, in denen der Benzinpreis hoch ist, die Zulassungen für Pkw zurückgehen, warum weniger Immobilien, Möbel und andere teure Dinge gekauft werden. Die Menschen können es sich schlichtweg nicht leisten, vorbildliche Konsumenten zu sein und die Wirtschaft zu stützen. Diese kann im schlimmsten Fall in eine Krise geraten, wie sie auch 2008 überaus deutlich zutage trat. Was also tun? Der Benzinpreis in zehn Jahren wird nicht sinken, schon allein aus dem Grund, weil der Rohstoff Erdöl immer knapper wird. Hier ist die Politik gefragt, die die Wirtschaft bei der Suche nach neuen Energielösungen unterstützt. Diese müssen zum einen effektiv, zum anderen aber auch kostengünstig sein. Nur so ist der Verbraucher am Ende vom Sinn dieser Maßnahmen zu überzeugen und kann dazu angeregt werden, wieder mehr zu konsumieren. Bleibt der Benzinpreis in zehn Jahren hoch, müssen andere Anreize geschaffen werden, damit das von der Wirtschaft dringend benötigte Geld in Umlauf gebracht und nicht daheim in der sprichwörtlichen Sparsocke gehortet wird.


Bildnachweis: © Fotolia – blackday

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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